E60: Familienunternehmen verstehen: Wenn Familie auf Business trifft – mit Prof. Dr. Heiko Kleve
In dieser Episode sprechen Andreas Hoffmann und Christian Lueters darüber, warum Sport und Schlaf keine Zeitverschwendung, sondern die beste Investition für nachhaltigen Geschäftserfolg sind.
Wir teilen persönliche Geschichten, ehrliche Gespräche und praktische Tipps, wie Bewegung und Erholung in den Unternehmeralltag integriert werden können – ohne dabei das Business aus den Augen zu verlieren.
Warum solltest du uns zuhören?
In dieser Episode des doppelERFOLG-Podcasts sprechen wir mit Professor Dr. Heiko Kleve – einem der führenden Experten für Unternehmerfamilien in Deutschland. Gemeinsam beleuchten wir die größten unternehmerischen Herausforderungen von Familienunternehmen: vom Generationswechsel über Skalierung und Kundenbindung bis hin zu Selbstbestimmung und persönlicher Entwicklung.
Wir teilen wertvolle Einblicke, praktische Tipps und ehrliche Gespräche darüber, wie Unternehmerfamilien langfristig Erfolg definieren und ihre Unternehmensentwicklung nachhaltig sichern können.
Wichtige Themen in Episode 60:
- Generationswechsel in Familienunternehmen und warum 70 % scheitern
- Unternehmertum und Selbstbestimmung als Grundlage für nachhaltigen Erfolg
- Kundenbindung, Sogverkauf und ethischer Verkauf im Spannungsfeld familiärer Strukturen
- Unternehmensentwicklung, Skalierung und die Rolle von Familie und Gesundheit

Episodenhighlights:
- Prof. Kleve erklärt das Drei-Kreis-Modell von Familie, Eigentum und Unternehmen
- Praktische Tipps zur Familiengovernance und zu gelingenden Nachfolgeprozessen
- Persönliche Geschichten und spannende Einblicke in multikulturelle Perspektiven (Japan & Europa)
- Wie Familienunternehmen finanzielle Belohnung und Sinnhaftigkeit in Einklang bringen können
Die Erfolgsgeheimnisse deutscher Familienunternehmen
In Deutschland sind Familienunternehmen das Rückgrat der Wirtschaft. Sie machen 90 % aller Unternehmen aus, beschäftigen 60 % der Arbeitnehmer und erwirtschaften 50 % des gesamten Umsatzes. Namen wie BMW, Bosch oder Aldi sind weltweit bekannt. Doch trotz dieser beeindruckenden Zahlen scheitert die Übergabe an die zweite Generation in 70 % der Fälle. Woran liegt das, und wie können Unternehmen diese Herausforderungen meistern?
Das Besondere am Familienunternehmen: Transgeneralität
Familienunternehmen sind einzigartig, weil sie das Prinzip der generationsübergreifenden Weitergabe von Leben auch auf das Eigentum und die Führung übertragen. Das nennt man Transgeneralität. Genau dieser Übergang von einer Generation zur nächsten ist der Knackpunkt. Ein Gründer formt sein Unternehmen oft über Jahrzehnte nach seinen Vorstellungen, aber mit der Nachfolge muss das Unternehmen professionellere Strukturen entwickeln. Der Gründer muss ersetzbar werden.
Eine erfolgreiche Nachfolge erfordert zwei Dinge:
1. Professionelle Strukturen schaffen:
Das Unternehmen muss unabhängiger von der Gründerpersönlichkeit werden. Dazu gehören klare Stellenbeschreibungen, neue Positionen und eine angepasste Governance, also eine neue Art der Unternehmensführung.Laut einer Studie aus Bristol kann regelmäßiger Sport die Produktivität um bis zu 23 % steigern. Das bedeutet: Wer eine halbe Stunde am Tag trainiert, investiert ungefähr 6 % seiner Arbeitszeit. Aber durch die gesteigerte Leistungsfähigkeit der restlichen siebeneinhalb Stunden überkompensiert man diese Zeit bei Weitem. Man erzielt einen deutlich besseren Output in weniger Zeit.
2. Die richtige Person finden:
Es reicht nicht aus, einfach den Erstgeborenen oder eine andere Person aus der Familie zu bestimmen. Der Nachfolger muss nicht nur bereit, sondern auch qualifiziert und von den Mitarbeitern anerkannt sein.
Die drei Ebenen der Nachfolge: Familie, Eigentum und Unternehmen
Um die Komplexität der Nachfolge zu verstehen, hilft es, sich die drei Hauptbereiche vor Augen zu führen, die aufeinandertreffen: die Familie, das Eigentum und das Unternehmen selbst. Jeder dieser Kreise hat seine eigene Logik, und Spannungen entstehen oft, wenn diese Logiken vermischt werden.
- Die Familie: Hier geht es um emotionale Bindungen, die oft unbewusst und ambivalente Gefühle mit sich bringen.
- Das Eigentum: Fragen zu Erbschaft, Geld und Verteilung können zu Konflikten führen, weil sie Gerechtigkeitsfragen aufwerfen und oft tabuisiert sind.
- Das Unternehmen: Hier herrschen die Regeln von Leistung und Kompetenz. Mitarbeiter müssen den Nachfolger als fähig ansehen, unabhängig davon, wer er ist.
Viele Konflikte entstehen, wenn diese Rollen nicht klar getrennt werden. Beispielsweise, wenn ein Vater mit seinem Sohn über Geschäftliches spricht, der Sohn die Fragen aber als persönliche Zweifel an seiner Eignung wahrnimmt. Um das zu vermeiden, ist es essenziell, dass die Familie die verschiedenen Rollen erkennt und lernt, offen darüber zu sprechen.
Loslassen lernen und die Kraft des Neuen zulassen
Das größte Hindernis ist oft der Gründer selbst. Viele Patriarchen müssen lernen, loszulassen, was für sie über Jahrzehnte ihr Lebensinhalt war. Sie verlieren ihren Purpose, wenn sie nicht mehr jeden Tag im Unternehmen sind. Eine erfolgreiche Übergabe setzt daher voraus, dass die ältere Generation einen neuen Lebenssinn findet und dass ihr Lebenswerk von den Nachfolgern gewürdigt wird.
Nachfolgende Generationen müssen Innovationen vorantreiben, um das Unternehmen in die Zukunft zu führen. Dies betrifft Geschäftsmodelle, Kultur und Prozesse. Gleichzeitig dürfen sie aber das Bestehende nicht ablehnen, sondern müssen es als Grundlage für ihre eigenen Entwicklungen sehen. Das Neue kann nur auf dem Boden des Alten wachsen. Wenn das Alte nicht wertgeschätzt wird, kann das die Motivation der jüngeren Generation schwächen und zu internen Konflikten führen, die auch die Mitarbeiter verunsichern.
Wie eine erfolgreiche Übergabe gelingt
Eine erfolgreiche Nachfolge ist ein langwieriger Prozess, der gut vorbereitet sein muss. Japanische Unternehmen, die oft sehr alt sind, zeigen, dass ein solcher Prozess bis zu sieben Jahre dauern kann. In dieser Zeit sollte der Gründer schrittweise die Verantwortung abgeben, während der Nachfolger sie sukzessive übernimmt. Wichtig sind dabei öffentlichkeitswirksame Rituale, bei denen die Belegschaft mitgenommen wird.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die externe Erfahrung des Nachfolgers. Viele Experten raten dazu, dass der Nachfolger außerhalb des Familienunternehmens Führungserfahrung sammelt und neues Know-how erwirbt, bevor er ins Familienunternehmen zurückkehrt. Dies erhöht nicht nur die eigene Kompetenz, sondern auch die Akzeptanz bei den Mitarbeitern.
Letztendlich zeigt sich: Der Erfolg deutscher Familienunternehmen hängt maßgeblich davon ab, wie gut sie die komplexen Herausforderungen der Nachfolge bewältigen. Es geht darum, Tradition und Innovation zu verbinden, offene Kommunikation zu pflegen und die verschiedenen Rollen in der Familie klar zu trennen.
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